Mittwoch, 29. August 2012

Le Grand Sud - der große Süden

Coucou,

dieses mal habe ich recht schnell wieder genug angesammelt, um einen Post hier zu füllen.

Ersteinmal habe ich letztes Mal vergessen von einem amüsanten Unterschied zwischen Franzosen und Deutschen zu berichten: Die Reaktion auf Dosenwurst. In meinem Geburtstagspäckchen befand sich unter anderem eine Dose Schinkenwurst (in Teilen von Deutschland auch Lioner genannt), über die ich mich rießig gefreut habe, weil es das hier nicht gibt. So saß ich dann fröhlich abends auf der Couch im Gemeindschafts-Wohnzimmer mit Brot, Butter und meiner Dose Wurst. Ebendiese wurde von meinem französischen Umfeld erst einfach nur ungläubig beäugt, bis sich jemand getraut hat zu fragen, was genau ich da eigentlich esse. Ein Franzose, der ein bisschen Deutsch kann, konnte die Frage dann richtig mit "Wurst" beantworten, was dem Rest wenig weiter half. Wie beschreibt man also am besten Essen? Ich habe angeboten, sie probieren zu lassen. Das hat sich dann sage und schreibe eine Einzige getraut (ist ja nicht so, dass Franzosen gerne solche Dinge Leber, Austern und Ähnliches essen):) Die Erkenntnis: "Irgendwie wie Mortadella". Auf diese Erklärung hätte ich früher kommen können ...

Weiterhin kann ich noch von meinem Wochenende berichten. Ich habe mal eine kleine Karte gemalt, damit das nicht so abstrakt ist:

Es ging noch einmal Richtung Süden, Richtung Yaté. Auf dem Weg haben wir uns einen anderen Teil vom "Parc de la Rivière Bleue" angeschaut (in dem ich ja schon mal zu Fuß unterwegs war). Dieses Mal mit dem Auto und Objekt der Betrachtung war die Rivière Blanche (weißer Fluss) sowie noch einmal die Natur im Park. Wieder einmal gab's rießige alte Bäume zu bestaunen, sowie einen "Baum im Baum". Per Zufall gibt es im Park einen Baum, auf dem eine andere Baumart wächst. Die beiden sind eine Art Symbiose eingegangen:

Weiter ging es dann bis nach Yaté (auf der Karte mit gelbem Textmarker markiert). Auf der Karte könnte man meinen, es sei ein kleines Städtchen. In Wirklichkeit ist Yaté ein winziges Dorf mit ein paar Häusern. Und ein paar heißt in diesem Fall vielleicht 20... Von dort aus ging es dann ein Stück Richtung Norden. Dieser Teil der Küsten heißt "Côte oublié" (vergessene Küste; rot auf der Karte) und das auch sehr treffend. Hier gibt es einfach nichts. Auf der Suche nach einem Strand sind wir so weit gefahren, bis die Straße direkt vor einem Fluss ein jähes Ende fand. Ohne Strand.
Außerdem ist "Straße" ist hier vielleicht auch zu viel gesagt. So weit von Nouméa entfernt, gibt es nur noch "Pisten", also sehr fest gefahrener Sand, auf dem nichts mehr wächst (terre rouge, Erklärung siehe am Ende des Posts). Zum Glück hat es nicht geregnet! Hinterher haben wir erfahren, dass es durchaus Strände gibt, wir haben sie nur nicht gefunden. Aber was solls, auch an dem Fluss war es hübsch genug für eine Mittagspause :) 
Überall auf dem Weg entlang der Côte oublié findet man solche seltsamen Gewächse. Ich finde, die machen sich gar nicht so schlecht in der Landschaft. Wir vermuten, es sind Wegweiser ;) :

Anschließend dann das ganze Getingel wieder zurück und Richtung Campingplatz etwas südlich von Yaté (auf der Karte Lila). Dort haben wir den Nachmittag am Strand genossen und abends eine Kokosnuss im Feuer gekocht. Falls ihr mal ein Feuer und eine Kokosnuss übrig habt, kann ich das nur wärmstens empfehlen! Bitte nachmachen! Schmeckt super lecker. Außerdem hatte ich am nächsten Morgen dank Ebbe die Gelegenheit ein kleines bisschen die Unterwasser-Tierwelt zu fotographieren. Es folgen ein paar Impressionen: 

So sehen Campingplätze in der Südsee aus. Die Kunst besteht darin, sein Zelt in der Mitte der Palmen aufzuschlagen, da "von fallender Kokosnuss erschlagen" eine durchaus ernst zu nehmende Todesursache darstellt... 

gegrillte Kokosnuss

Seestern

Seeigel

Anemone
Sonntags ging es dann weiter nach Süden, zur Bai Goro. Dort haben wir unter anderem alte Eisenmienen bestaunt, sowie einen wunderschönen Wasserfall gefunden, wo wir auch baden waren. Vorbei ging es noch an der beeindruckend großen Nickel-Fabrik (hier auf der Insel  befinden sich die weltweit größten Nickelvorkommen) und mit wunderschönem Sonnenuntergang dann wieder nach Nouméa.



Zum Schluss noch ein paar Worte zu einer Eigenheit des Südens von Neukaledonien: Die Erde ist hier sehr reich an Eisen, was durch *weiß Gott welche* Oxidatoinen dazu führt, dass aller Sand rot ist. Er trägt den passenden Namen "Terre rouge" (rote Erde). Diese bleibt an allem und jedem haften und kleben. Als kleine Veranschaulichung hier ein Foto eines Hängers in dem Parc de la Rivière Bleue, der sich recht gut tarnt: 

Das hat zur Folge, dass auch ein Auto nach dem Wochenende in etwa so aussieht:). Zudem sollte man den "wie-braun-bin-ich-dieses-Wochenende-geworden"-Check auf jeden Fall erst nach dem Duschen machen, da sich etwa ein Drittel (an den Füßen gerne auch die Hälfte bis zwei Drittel) der so fleißig ergatterten Bräune dann genauso fleißig im Duschabfluss wieder verabschiedet. Ob meine weißen Shorts nochmal sauber werden, sehe ich dann morgen:)

So! Aufgrund der vielen vielen Bilder ist mein Post auch schon wieder viel zu lang. Ich freu mich, was von euch zu hören! Am Samstag geht es für mich dann in die Ferien auf die Loyalitätsinseln Ouvéa und Lifou:)

Liebste Grüße!

Donnerstag, 23. August 2012

Einkaufen und die Foire de Burail

Hallo:)

Ich war heute einkaufen und mache dabei immernoch verwirrende und tolle Entdeckungen. Das hat mich daran erinnert, dass ich ja schon lange nichts mehr in meinen Blog geschrieben habe. Außerdem habe ich einen Rüffel aus Deutschland bekommen:) ALSO:

Einkaufs-Glücksmoment des heutigen Tages: Die Menschen hier haben verstanden, dass es von Vorteil ist Aufbackbrötchen zu Hause zu haben. Deshalb kann man jetzt Aufbackbrötchen kaufen. Und deshalb kann ich irgendwann mal nächste Woche nach fast drei Monaten mal wieder Brötchen essen. Das wird super! (Okay, es sind immernoch ganz normale, helle Brötchen, aber es sind Brötchen!)

Einkaufs-verwirr-Moment des heutigen Tages: Ich habe inzwischen verstanden, dass es hier Winter ist. Und auch, dass daraus folgt, dass man Winterkleidung trägt auch wenn es 20°C warm ist. Auch die Tatsache, dass man am "helligten" Tag Feuer macht, obwohl man eben noch im Meer schwimmen war, weil es ja schließlich Winter ist und man da eben Feuer macht, kann ich akzeptieren. Was ich jedoch nicht verstehe ist, warum um himmels Willen man plötzlich Weihnachtskekse kaufen kann? Ich werd' aus den Menschen hier nicht schlau...

An Unternehmungen ist seit dem letzten Eintrag nicht all zu viel passiert. Allerdings eine große Sache: Die "Foire de Burail", also die Messe von Bourail (kleine Stadt). Das ist eine Landwirtschaftsmesse und gleichzeitig das große Event im Jahr auf der Insel. Damit ich wenigstens einen Tag für die Klausur montags lernen konnte, sind wir nur einen Tag hingefahren, aber es war super cool. Anstatt wie in Deutschland auf der Messe Kugelschreiber zu sammeln haben wir jede Menge Essen probiert. Weiterhin gab es Kunst zu sehen und zu kaufen sowie jede Menge unsinniges und Kitsch. Tiere wurden auch verkauft und somit konnte man sich die auch einfach nur anschauen. Außerdem gab' es verschiede Animationen zu bestaunen, wie zum Beispiel ein Mix aus Autorennen und Crash-Car dessen Regeln wir nicht verstanden haben, weil die Autos weder richtig schnell fuhren, noch gegeneinander gecrasht sind. Es gab auch Motorcross, so wie man es kennt und (sehr zu meiner Freude) einen Wettbewerb im Westernreiten. Der Höhepunkt allerdings war das Rodeo. Selbst aus Australien sind Cowboys eingeflogen. War sehr beeindruckend und sehr cool. Nachdem der Dritte halb von seinem Tier zertrampelt wurde und dann aber doch wieder aufgestanden ist, hatte es seinen Schrecken auch verloren und noch mehr Spaß gemacht :)
rießen-Schweine

Der hier war gar nicht gut gelaunt... Wir haben sehr gehofft, dass die Gitter gut halten :)

Eine Kreuzung zwischen Kuh und Hase?

Cowboy

Die Rodeo-Challenge: 8 Sekungen oben bleiben - schwerer, als man denkt!
Ansonsten habe ich meine Zwischenprüfungen hinter mich gebracht, ich glaube ganz gut und mit wenig Aufwand.

Außerdem habe ich einen sehr schönen Geburtstag verbracht. Viele Leute hier haben daran gedacht und wir haben einen Tag später sehr gemütlich am Strand nachgefeiert. Unter einem wunderschönen Sternenhimmel.  Es war zwar etwas kalt und ich habe das allererste Mal an meinem Geburtstag eine Wollmütze (selbstgestrickt, ein Geburtstagsgeschenk) getragen, aber es ist ja auch Winter ;).

Eine weitere Beobachtung, die wir hier an uns selbst gemacht haben: Wir sind tiefen-entspannt! Und wir fragen uns viel weniger Dinge. Zum Beispiel hab' ich mich noch nicht gefragt, warum wir eine Industrie-Spülmaschine im Wohnzimmer haben, die nicht angeschlossen ist... das ist eben so. Genauso der kaputte Fernseher... der ist eben da. Das ist recht entspannt. Ich beginne die Mentalität der Menschen zu verstehen:)

Außerdem habe ich heute festgestellt, dass ich mich ganz gut eingelebt habe. Da ich in verschiedenen Klassen bin kenne ich schon recht viele Leute an der Uni: Die Jura-Klasse aus dem zweiten Jahr, die Ökonomie-Klasse aus dem zweiten Jahr, die Praktikanten, die mit mir zusammen wohnen und durch die noch weitere Praktikanten, einen Dozenten weil er Deutscher ist und mit einem anderen Deutschen befreundet ist, den ich kenne, über diesen Dozenten dann wieder zwei weitere Dozenten aus Australien. Sehr amüsant. Ich freue mich immer total, wenn ich zur Mensa gehe und Leute kenne:)

Da wir die letzten Wochenenden zu Hause verbracht haben, geht's dieses Wochenende mal wieder raus aus der Stadt um verschiede kleine Wanderungen zu machen.

Auch wenn ich meine Freunde und Familie immer wieder vermisse seht ihr, dass es mir sehr gut geht. Und wenn ich daran denke, dass gerade schon etwa Halbzeit ist, hab ich das Gefühl mich zu beeilen, um alles zu machen, was ich vor habe...





Freitag, 10. August 2012

Garden Party, Bay des Prony et Ilot Canard

Salut tout-le monde,

Noch träume ich nicht auf französisch aber es kommt schon mal vor, dass ich kurz nach deutschen Übersetzungen in meinem Kopf suchen muss. Daher eine französische Begrüßung;)
Nachdem ich mich das letzte Mal nur mit Bildern gemeldet habe, berichte ich dieses Mal wieder in Textform. In den letzten Wochen haben sich hier jedoch mehrheitlich kleinere Sachen zugetragen und weniger große Ausflüge.

Ersteinmal durfte ich eine französische Einweihungsparty miterleben. Ziemlich lustig! Unter dem Motto "Garden-Party" wurde fröhlich die neue Wohnung verwüstet, auch zwei Wochen danach ist noch Konfetti zu finden:D Styl-echt haben die beiden Deutschen natürlich Brot und Salz mitgebracht. Außerdem haben wir alle etwas gepflanzt, Sebastian und ich Mini-Tomaten, welche im Gegensatz zu den restlichen Pflanzen gut gedeihen!

Am Sonntag darauf ging es dann zu einem Ausflug in den Süden der Insel. Sehr sehr schön! Teilweiße kann man sich auch wie in den USA fühlen, weit und breit nur Land, Natur und eine einzige Straße. Und das auf dieser eigentlich doch recht kleinen Insel. Die dominierenden Farben sind ganz klar Rot (Erde), Grün (Vegetation) und Blau (Wasser). Super schön!



Das letzte Ereignis von dem es zu berichten gibt ist unser wunderbarer Sonntag auf der Ilot Canard. Genau wie die Ilot Maitre ist das eine kleines Inselchen vor der Stadt, 10 Taxi-Boot-Minuten. Dort haben wir den letzten Sonntag unter sieben strahlenden Sonnen super entspannt verbracht. Das wird mir sehr fehlen. Außerdem findet sich dort eines der schönsten Korallenriffe der Umgebung. Beim schnorcheln muss man schon fast auspassen, dass man keinen Fisch tritt oder gegen ihn schwimmt. Die haben so gut wie keine Angst und man schwimmt mitten in bunten Fischschwärmen. Als dann jedoch plötzlich neben mir ein Fisch von 45-50cm aufgetaucht ist, hab' ich ein wenig Angst bekommen. Der war leider gar nicht hübsch^^




So far so good:) Da hier gerade Mid-Term-Exams sind verbringen wir unsere Freizeit damit die Ferien im September zu planen. Es geht für auf zwei Loyalitäts-Inseln. Es wird MAGNIFIQUE werden:)

Bisou

Donnerstag, 2. August 2012

Fotos :D

Wie ich gerade festgestellt habe, wurde die Sperre, die es mir verboten hat Fotos auf diese Seite zu laden inzwischen aufgehoben. Deshalb hole ich jetzt mal kurz nach, was die ganze Zeit nicht möglich war und zeige euch ein paar Bilder:

Theresa auf dem Markt, ganz am Anfang  :)



Ein Sonnenuntergang vom Nakamal aus (dort trinkt man Kava)



auf dem Weg auf den Ouen Toro



Der Park der Rivière Bleue: Ein Kagou
(Wapperntier von Neukaledonien, endemisch, kann nicht fliegen)

Die Rivière Bleue


Der Park dazu



Tricot Rayé auf der Îlot Maitre

Kunst auf der selben Insel



Ile des Pîns:
einsamer Strand <3 

die Aussicht vom Berg Pic'Nga auf die Îlot Brosse (Bürsteninsel);
äußerst treffender Name

traditionelles Segelboot, mit dem wir einen Ausflug gemacht haben

dieses Bild sit nicht bearbeitet :)

das piscine naturelle (natürliches Schwimmbad)

Montag, 23. Juli 2012

Ferien im Zeichen der Südsee

Meine Ferien sind inzwischen zu Ende gegangen und es wird Zeit, dass ich wieder ein bisschen berichte:

Der Lampionslauf am Vorabend des 14. Juli war einerseits überraschend unpatriotisch und dann doch wieder typisch französisch. Der unpatriotische Teil des Abends betrifft die Lampions, die nicht wie erwartet ausschließlich bleue-blanc-rouge waren, sondern es gab zusätzlich noch Lampions in den Farben der Kanaki-Flagge sowie Lampions in den Jamaica-Farben (das ist hier sehr in, jeder der für die Unabhängikeit von Frankreich ist, trägt irgendetwas in Jamaics-Design). Zudem war das Feuerwerk Blau-Weiß-Rot... und Grün. Meiner Meinung nach ebenfalls für die Kanakis. Typisch französisch - und für mich recht amüsant - war die Tatsache das die Menge angeführt wurde von ein paar hübschen Mädels in Frankreich-Farben sowie einem Napoleon auf Stelzen, mit einer riesen großen Fahne.
Zu Essen gab es ein Baguette mit Hirsch-Bratwurst, Zwiebeln und Mayo. Das ist inzwischen ein typisches Gericht, weil Hirsche eingeschleppt wurden und mittlerweile eine Plage darstellen. Super lecker!!

Am Sonntag vor einer Woche ging es dann auf ein kleines Inselchen vor der Stadt zum entspannen. Schon alleine die Fahrt mit dem Taxi-Boot war super witzig, man stelle sich einen Taxifahrer vor, der keine Geschwindigkeitsbegrenzung, keine Straßenbbegrenzung und keine Ampeln im Weg hat ;)
Die Insel selbst ist etwa 12m breit und 700m lang. Entsprechend schnell ging die Besichtigung, die jedoch von einer "trico rayé" gekreuzt wurde. Eine Schlage deren Gift zu den gefährlichsten der Welt gehört. Wer von ihr gebissen wird, für den kann nicht mehr viel getan werden, eine Gegengift ist nicht bekannt. Zum Glück ist die Schlage gar nicht angrifflustig und außerdem ist ihr Maul so klein, dass sie einen Menschen nur in die Hauft zwischen den Fingern
und ein nettes Plätzchen für unsere Handtücher gefunden. Den Rest des Tages habe ich mich nur noch einmal zum schnorcheln ins Wasser bewegt und ansonsten den Sandstrand und die Sonne genossen (30°C). Ein außerordentlich nettes Ausflugsziel. Zum Glück gibt es noch eine zweite, etwas kleinere, aber wohl noch schönere Insel zu besichtigen. Das folgt dann bald!

Die Mitte der Woche war leider recht verregnet, weshalb ich dann wirklich mal was für meine Uni gelernt habe. Morgen steht der erste Test an.

Aber nicht, dass ich hier zu viel arbeite, nein. Am vergangenen Wochenende ging es dann endlich auf, zum eigentlichen Ferien-Ausflug: Die Ile des Pins! Ich habe noch nie so einen schönen Ort gesehen. Wirklich! Magnifique! Das Wasser hat sicher 8 verschiedene Türkies-Töne und ist doch gleichzeitig glasklar. Die Strände sind absolut weiß, der Sand unfassbar fein. Postkartenmotive wo man hinschaut, die Südsee aus dem Bilderbuch. Die Menschen sind alle super nett. Man grüßt hier mit einem nach oben gestreckten Daumen. Irgendwie geht es immer gut:)
Am ersten Tag sind wir auf einen Berg gestiegen und haben bei wunderschöner Aussicht auf zwei Buchten zu Mittag gegessen um anschließend noch eine Radtour über die Insel zu machen und eine Grotte zu besichtigen. Etwas zu sportlich, aber gut.
Unser Campingplatz lag direkt am Meer, den Zelteingang mit Blick auf den Strand.
Den zweiten Tag haben wir entspannter verbracht: Los gings mit zwei Stunden Bötchenfahrt auf einem traditionellen Segelboot (einer Pirogue), von unserem "Skipper" von Hand gebaut, nur unter Verwendung von Holz, Nägeln und selbst gedrehten Seilen (okay, außer das Segel).
Anschließend eine kleine einstündige Wanderung durch den Wald (inklusive verlaufen^^) und wir waren angekommen am "Piscine naturelle" (einem natürlichen Schwimmbad), was zum schnorcheln nur so einläd. Fische, die ich gesehen habe: Papageienfische, einen Kugelfisch, Flötenfische, viele Picasso-Drückerfische, Bannerfische, Imperator-Kaiserfische und viele, deren Name ich dann doch nicht mehr finden konnte.

Tja, und inzwischen ist Montagabend, ich habe diesen Blog (auch;) ) genutzt um nicht für den Test morgen zu lernen. Das mache ich dann morgen früh nochmal und dann werden die 20 Punkte attackiert^^

Beste Grüße:)

Donnerstag, 12. Juli 2012

back to nature

Hallo ihr Lieben,

bevor ich gänzlich in meine Ferien starte und wieder tolle Dinge mache, berichte ich noch mal von meiner letzten Woche. Genauer gesagt vom Wochenende:

Freitags haben wir den Geburtstag von einem der Mitbewohner hier gefeiert. Sehr gebührend am Strand, mit Feuer, Gegrilltem und Meeresrauschen. Vielleicht schau' ich mir das für meinen Geburstag einfach ab:)

Nachdem ich sehr erfolgreich bei Intersport (zufällig) zum Ausverkauf war und jetzt im Besitz einer gemütlichen Isomatte, eines warmen Schlafsacks und eines Zeltes bin, ging es dann am Samstag auf zum Zelten. Fünf Minuten vor Abfahrt kamen dann noch einige Missverständnisse auf ("Wie, ich muss alle meine Sachen erst zum camping tragen, weil man da nicht hinfahren kann?" und "Wie, in meinem Auto haben schon alle eingekauft nur ich hab nichts zu essen und wir haben keine Zeit mehr?"), aber mit einem geliehenden Rucksack und dem Versprechen, dass das andere Auto auch Essen für mich einkauft konnte schließlich gestartet werden (und ich hab wirklich lecker gegessen und gelernt, dass man nie zu wenig Kekse auf solchen Touren haben kann).
Mit dem Auto ging eine Stunde land raus aus der Stadt und rauf auf einen Berg. Ziel war die Rieivère Bleue (Blauer Fluss), die umgeben ist von einem Naturreservat. Wir haben uns dort in die Fahrrad- und die Wandergruppe geteilt, ich war wandern. Zwischen uns und unserem Camping-Platz lagen circa 15km, die wir sehr entspannt mit einer langen Mittagspause und einem "Goutée" (ähnlich wie Kaffe+Kuchen in Deutschland, es gibt eine Kleinigkeit zu essen gegen 4 Uhr) in 4 bis 5 Stunden gelaufen sind. Der Rückweg war ähnlich.
Der Park ist wunderschön. Unsere Mittagspause haben wir mitten in einem recht feuchten Wald verbracht und wir wurden von gleich drei Cagous besucht. Das sind endemische Vögel, die nicht fliegen können und das Wappentier von Neukaledonien sind. Bilder gibt's bald auf Facebook oder einfach mal "Kagou" googlen. Die Vögel leben dort im Reservat wild. Sehr schön, sie zu sehen. Außerdem haben wir mehrere "Noutus" gesehen, ebenfalls endemische Vögel. Sie gehören zu den größten Taubenarten der Welt, sind schwarz und ihr Ruf klingt ähnlich wie ein Didgeridoo. Und nicht zuletzt tummelten sich am Wegesrand jede Menge kleine fleischfressende Pfalzen und auf einem Seitenweg haben wir eine gesehen die größer war, als meine Hand.
Genauso beeindruckend ist die Vegetation hier. Auf unserem Weg änderte sie sich etwa ein mal pro Stunde sschlagartig. Vom trockenen Wald bis zu ganz ganz feuchtem Wald, von überwiegend kleinen Sträuchern bis hin zu rießigen Bäumen. Auf einem Seitenofad ist man eine Stunde immer weiter nach oben gestiegen und hat 3 verschiede Arten Wald durchquert. Sehr beeindruckend:)
Last but not Least ist das Fluss selbst zu erwähnen. Ja, er ist total Blau. Eine beeindruckende Mischung auf kristallklar und tiefblau. Neben dem Campingplatz gibt es eine Art natürliches Schwimmbad, wo der Fluss sehr breit ist und sehr langsam fließt. Es war zu kalt zu schwimmen, aber wunderschön anzuschauen. Man konnte etwa 2m tief den Grund sehen (obwohl es schwer war, zu sagen wie tief das Wasser war, weil es eben soo klar war). Wunderschön:)

Da ich freitags keine Uni habe, haben meine Ferien schon begonnen. Heute Abend geht es zum Lampion-Lauf. Das wird wohl so Ähnlich wie St.Martin bei uns, nur das alle Lampen Blau-Weiß-Rot sind. Morgen ist dann "DER" 14. Juli, also der Nationalfeiertag. Vielleicht gehen wir zur Militärparade. Wenn das Wetter hält stehen am Wochenende Stand-Up-Puddle und ein Pick-Nick auf einer Ilôt an.

Ich schick' euch Sonneund an die Studenten ganz viel Motivation:)

Sonntag, 1. Juli 2012

les différences

Nach fast vier Wochen, die ich jetzt schon hier bin, will ich euch mal ein bisschen darüber berichten, was denn alles anders ist. Es sind eher Kleinigkeiten, die mich amüsieren. Generell spürt man die "Entfernung" zu Europa in der Stadt nicht wirklich, Noumea könnte auch in Südfrankreich liegen. Angeblich ist das außerhalb der Stadt anders, das werde ich noch sehen.

Der erste Unterschied begegnete mir beim Einkaufen. Wer in Deutschland in einen Supermarkt läuft findet sich in der Regel erst einmal im Gemüse- und Obstbereich, wo alles schön bunt ist und möglichst angenehm. Das soll die Leute angeblich bremsen und die Farben sollen dafür sorgen, dass man sich wohl fühlt. In Frankreich ist das anders: Wen man hier den Supermarkt betritt, findet man sich erst einmal in der Weinabteilung :D Mit ganz viel Rotwein und wenig Weißwein. Ob sich die Franzosen dadurch wohler fühlen? Der restliche Alkohol ist dann ziemlich versteckt, weit hinten im Markt.
Ein weiterer Unterschied im Supermarkt ist das Kassensystem. Es gibt jede Menge "Spezialkassen", eine für Familien, eine für Bonuskarteninhaber, eine, wo nur mit Karte gezahlt werden kann und zwei für Käufer mit unter 10 Artikeln. Es bleiben dann noch zwei Kassen für ganz normale Einkäufer wie mich. Allerdings kann man auch mit mehr als 10 Artikeln an die "unter 10 Artikel"-Kasse gehen, solange man nur alles in die Einkaufskörbe bekommt und nicht mit einem großen Einkaufswagen kommt. Das wird nicht so erst genommen^^.

Ebenfalls schon ganz am Anfang habe ich festgestellt, dass es hier keine Heizungen gibt. Ich glaube ich habe wirklich noch keine gesehen. Aber dafür gibt es überall Ventilatoren. Das weckt Erwartungen an den kommenden Sommer:)

Zuletzt ist auch die Uni ganz anders. Viel viel mehr wie Schule in Deutschland. Nicht nur, dass im Hörsaal nur etwa 30 bis 40 Leute sitzen, sondern die ganze Atmosphäre. Alle schreiben schnellsmöglich das auf, was der Prof sagt oder (bei mir in 3 von 4 Kursen) als Power-Point angeworfen wird. Es werden teilweiße Pausen gemacht, damit auch alle fertig abschreiben können.
Besonders meine Mirco4-Vorlesung schockt mich immer wieder. In der letzten Vorlesung wurden ständig Leute ermahnt, die geschwätzt haben - gut, das hat man in Konstanz auch. Allerdings hat der Prof dann angefangen, die Leute umzusetzen! Die Krönung war dann, als nach der 5-Minuten-Pause viele zu spät waren, der Prof gerne die Saal abschließen wollte, damit niemand mehr rein kommen kann. Da das Schloss leider nicht funktionnierte, wurden dann alle zu-spät-Kommer gezwungen ganz ums Gebäude rum zu laufen und die Hintertür zu benutzen. Für mich ist das ein wenig lächerlich, aber hier ist das wohl normal...

Ganz liebe Grüße von der Insel!