Montag, 23. Juli 2012

Ferien im Zeichen der Südsee

Meine Ferien sind inzwischen zu Ende gegangen und es wird Zeit, dass ich wieder ein bisschen berichte:

Der Lampionslauf am Vorabend des 14. Juli war einerseits überraschend unpatriotisch und dann doch wieder typisch französisch. Der unpatriotische Teil des Abends betrifft die Lampions, die nicht wie erwartet ausschließlich bleue-blanc-rouge waren, sondern es gab zusätzlich noch Lampions in den Farben der Kanaki-Flagge sowie Lampions in den Jamaica-Farben (das ist hier sehr in, jeder der für die Unabhängikeit von Frankreich ist, trägt irgendetwas in Jamaics-Design). Zudem war das Feuerwerk Blau-Weiß-Rot... und Grün. Meiner Meinung nach ebenfalls für die Kanakis. Typisch französisch - und für mich recht amüsant - war die Tatsache das die Menge angeführt wurde von ein paar hübschen Mädels in Frankreich-Farben sowie einem Napoleon auf Stelzen, mit einer riesen großen Fahne.
Zu Essen gab es ein Baguette mit Hirsch-Bratwurst, Zwiebeln und Mayo. Das ist inzwischen ein typisches Gericht, weil Hirsche eingeschleppt wurden und mittlerweile eine Plage darstellen. Super lecker!!

Am Sonntag vor einer Woche ging es dann auf ein kleines Inselchen vor der Stadt zum entspannen. Schon alleine die Fahrt mit dem Taxi-Boot war super witzig, man stelle sich einen Taxifahrer vor, der keine Geschwindigkeitsbegrenzung, keine Straßenbbegrenzung und keine Ampeln im Weg hat ;)
Die Insel selbst ist etwa 12m breit und 700m lang. Entsprechend schnell ging die Besichtigung, die jedoch von einer "trico rayé" gekreuzt wurde. Eine Schlage deren Gift zu den gefährlichsten der Welt gehört. Wer von ihr gebissen wird, für den kann nicht mehr viel getan werden, eine Gegengift ist nicht bekannt. Zum Glück ist die Schlage gar nicht angrifflustig und außerdem ist ihr Maul so klein, dass sie einen Menschen nur in die Hauft zwischen den Fingern
und ein nettes Plätzchen für unsere Handtücher gefunden. Den Rest des Tages habe ich mich nur noch einmal zum schnorcheln ins Wasser bewegt und ansonsten den Sandstrand und die Sonne genossen (30°C). Ein außerordentlich nettes Ausflugsziel. Zum Glück gibt es noch eine zweite, etwas kleinere, aber wohl noch schönere Insel zu besichtigen. Das folgt dann bald!

Die Mitte der Woche war leider recht verregnet, weshalb ich dann wirklich mal was für meine Uni gelernt habe. Morgen steht der erste Test an.

Aber nicht, dass ich hier zu viel arbeite, nein. Am vergangenen Wochenende ging es dann endlich auf, zum eigentlichen Ferien-Ausflug: Die Ile des Pins! Ich habe noch nie so einen schönen Ort gesehen. Wirklich! Magnifique! Das Wasser hat sicher 8 verschiedene Türkies-Töne und ist doch gleichzeitig glasklar. Die Strände sind absolut weiß, der Sand unfassbar fein. Postkartenmotive wo man hinschaut, die Südsee aus dem Bilderbuch. Die Menschen sind alle super nett. Man grüßt hier mit einem nach oben gestreckten Daumen. Irgendwie geht es immer gut:)
Am ersten Tag sind wir auf einen Berg gestiegen und haben bei wunderschöner Aussicht auf zwei Buchten zu Mittag gegessen um anschließend noch eine Radtour über die Insel zu machen und eine Grotte zu besichtigen. Etwas zu sportlich, aber gut.
Unser Campingplatz lag direkt am Meer, den Zelteingang mit Blick auf den Strand.
Den zweiten Tag haben wir entspannter verbracht: Los gings mit zwei Stunden Bötchenfahrt auf einem traditionellen Segelboot (einer Pirogue), von unserem "Skipper" von Hand gebaut, nur unter Verwendung von Holz, Nägeln und selbst gedrehten Seilen (okay, außer das Segel).
Anschließend eine kleine einstündige Wanderung durch den Wald (inklusive verlaufen^^) und wir waren angekommen am "Piscine naturelle" (einem natürlichen Schwimmbad), was zum schnorcheln nur so einläd. Fische, die ich gesehen habe: Papageienfische, einen Kugelfisch, Flötenfische, viele Picasso-Drückerfische, Bannerfische, Imperator-Kaiserfische und viele, deren Name ich dann doch nicht mehr finden konnte.

Tja, und inzwischen ist Montagabend, ich habe diesen Blog (auch;) ) genutzt um nicht für den Test morgen zu lernen. Das mache ich dann morgen früh nochmal und dann werden die 20 Punkte attackiert^^

Beste Grüße:)

Donnerstag, 12. Juli 2012

back to nature

Hallo ihr Lieben,

bevor ich gänzlich in meine Ferien starte und wieder tolle Dinge mache, berichte ich noch mal von meiner letzten Woche. Genauer gesagt vom Wochenende:

Freitags haben wir den Geburtstag von einem der Mitbewohner hier gefeiert. Sehr gebührend am Strand, mit Feuer, Gegrilltem und Meeresrauschen. Vielleicht schau' ich mir das für meinen Geburstag einfach ab:)

Nachdem ich sehr erfolgreich bei Intersport (zufällig) zum Ausverkauf war und jetzt im Besitz einer gemütlichen Isomatte, eines warmen Schlafsacks und eines Zeltes bin, ging es dann am Samstag auf zum Zelten. Fünf Minuten vor Abfahrt kamen dann noch einige Missverständnisse auf ("Wie, ich muss alle meine Sachen erst zum camping tragen, weil man da nicht hinfahren kann?" und "Wie, in meinem Auto haben schon alle eingekauft nur ich hab nichts zu essen und wir haben keine Zeit mehr?"), aber mit einem geliehenden Rucksack und dem Versprechen, dass das andere Auto auch Essen für mich einkauft konnte schließlich gestartet werden (und ich hab wirklich lecker gegessen und gelernt, dass man nie zu wenig Kekse auf solchen Touren haben kann).
Mit dem Auto ging eine Stunde land raus aus der Stadt und rauf auf einen Berg. Ziel war die Rieivère Bleue (Blauer Fluss), die umgeben ist von einem Naturreservat. Wir haben uns dort in die Fahrrad- und die Wandergruppe geteilt, ich war wandern. Zwischen uns und unserem Camping-Platz lagen circa 15km, die wir sehr entspannt mit einer langen Mittagspause und einem "Goutée" (ähnlich wie Kaffe+Kuchen in Deutschland, es gibt eine Kleinigkeit zu essen gegen 4 Uhr) in 4 bis 5 Stunden gelaufen sind. Der Rückweg war ähnlich.
Der Park ist wunderschön. Unsere Mittagspause haben wir mitten in einem recht feuchten Wald verbracht und wir wurden von gleich drei Cagous besucht. Das sind endemische Vögel, die nicht fliegen können und das Wappentier von Neukaledonien sind. Bilder gibt's bald auf Facebook oder einfach mal "Kagou" googlen. Die Vögel leben dort im Reservat wild. Sehr schön, sie zu sehen. Außerdem haben wir mehrere "Noutus" gesehen, ebenfalls endemische Vögel. Sie gehören zu den größten Taubenarten der Welt, sind schwarz und ihr Ruf klingt ähnlich wie ein Didgeridoo. Und nicht zuletzt tummelten sich am Wegesrand jede Menge kleine fleischfressende Pfalzen und auf einem Seitenweg haben wir eine gesehen die größer war, als meine Hand.
Genauso beeindruckend ist die Vegetation hier. Auf unserem Weg änderte sie sich etwa ein mal pro Stunde sschlagartig. Vom trockenen Wald bis zu ganz ganz feuchtem Wald, von überwiegend kleinen Sträuchern bis hin zu rießigen Bäumen. Auf einem Seitenofad ist man eine Stunde immer weiter nach oben gestiegen und hat 3 verschiede Arten Wald durchquert. Sehr beeindruckend:)
Last but not Least ist das Fluss selbst zu erwähnen. Ja, er ist total Blau. Eine beeindruckende Mischung auf kristallklar und tiefblau. Neben dem Campingplatz gibt es eine Art natürliches Schwimmbad, wo der Fluss sehr breit ist und sehr langsam fließt. Es war zu kalt zu schwimmen, aber wunderschön anzuschauen. Man konnte etwa 2m tief den Grund sehen (obwohl es schwer war, zu sagen wie tief das Wasser war, weil es eben soo klar war). Wunderschön:)

Da ich freitags keine Uni habe, haben meine Ferien schon begonnen. Heute Abend geht es zum Lampion-Lauf. Das wird wohl so Ähnlich wie St.Martin bei uns, nur das alle Lampen Blau-Weiß-Rot sind. Morgen ist dann "DER" 14. Juli, also der Nationalfeiertag. Vielleicht gehen wir zur Militärparade. Wenn das Wetter hält stehen am Wochenende Stand-Up-Puddle und ein Pick-Nick auf einer Ilôt an.

Ich schick' euch Sonneund an die Studenten ganz viel Motivation:)

Sonntag, 1. Juli 2012

les différences

Nach fast vier Wochen, die ich jetzt schon hier bin, will ich euch mal ein bisschen darüber berichten, was denn alles anders ist. Es sind eher Kleinigkeiten, die mich amüsieren. Generell spürt man die "Entfernung" zu Europa in der Stadt nicht wirklich, Noumea könnte auch in Südfrankreich liegen. Angeblich ist das außerhalb der Stadt anders, das werde ich noch sehen.

Der erste Unterschied begegnete mir beim Einkaufen. Wer in Deutschland in einen Supermarkt läuft findet sich in der Regel erst einmal im Gemüse- und Obstbereich, wo alles schön bunt ist und möglichst angenehm. Das soll die Leute angeblich bremsen und die Farben sollen dafür sorgen, dass man sich wohl fühlt. In Frankreich ist das anders: Wen man hier den Supermarkt betritt, findet man sich erst einmal in der Weinabteilung :D Mit ganz viel Rotwein und wenig Weißwein. Ob sich die Franzosen dadurch wohler fühlen? Der restliche Alkohol ist dann ziemlich versteckt, weit hinten im Markt.
Ein weiterer Unterschied im Supermarkt ist das Kassensystem. Es gibt jede Menge "Spezialkassen", eine für Familien, eine für Bonuskarteninhaber, eine, wo nur mit Karte gezahlt werden kann und zwei für Käufer mit unter 10 Artikeln. Es bleiben dann noch zwei Kassen für ganz normale Einkäufer wie mich. Allerdings kann man auch mit mehr als 10 Artikeln an die "unter 10 Artikel"-Kasse gehen, solange man nur alles in die Einkaufskörbe bekommt und nicht mit einem großen Einkaufswagen kommt. Das wird nicht so erst genommen^^.

Ebenfalls schon ganz am Anfang habe ich festgestellt, dass es hier keine Heizungen gibt. Ich glaube ich habe wirklich noch keine gesehen. Aber dafür gibt es überall Ventilatoren. Das weckt Erwartungen an den kommenden Sommer:)

Zuletzt ist auch die Uni ganz anders. Viel viel mehr wie Schule in Deutschland. Nicht nur, dass im Hörsaal nur etwa 30 bis 40 Leute sitzen, sondern die ganze Atmosphäre. Alle schreiben schnellsmöglich das auf, was der Prof sagt oder (bei mir in 3 von 4 Kursen) als Power-Point angeworfen wird. Es werden teilweiße Pausen gemacht, damit auch alle fertig abschreiben können.
Besonders meine Mirco4-Vorlesung schockt mich immer wieder. In der letzten Vorlesung wurden ständig Leute ermahnt, die geschwätzt haben - gut, das hat man in Konstanz auch. Allerdings hat der Prof dann angefangen, die Leute umzusetzen! Die Krönung war dann, als nach der 5-Minuten-Pause viele zu spät waren, der Prof gerne die Saal abschließen wollte, damit niemand mehr rein kommen kann. Da das Schloss leider nicht funktionnierte, wurden dann alle zu-spät-Kommer gezwungen ganz ums Gebäude rum zu laufen und die Hintertür zu benutzen. Für mich ist das ein wenig lächerlich, aber hier ist das wohl normal...

Ganz liebe Grüße von der Insel!